Pressearchiv
05.04.2009, 13:20 Uhr | MOZ / Kai-Uwe Krakau
Werneuchen bleibt Gentechnikfrei
Die Stadtverordnetenversammlung Werneuchen hat sich zu einer ökologischen und nachhaltigen Landwirtschaft bekannt.
In einem Beschluss von Montagabend wendet sie sich gleichzeitig gegen die Freisetzung gentechnisch veränderter Organismen.
Die Vorlage war von der CDU/FDP-Fraktion eingebracht worden. Mitglied Hans-Joachim Spiegel warnte in seiner Begründung vor gentechnischen Eingriffen in die Natur. „Es liegen bisher noch keine Langzeituntersuchungen vor“, so der Stadtverordnete. Die Fraktion sei zwar nicht generell gegen Gentechnik, jedoch gegen die Aussaat von gentechnisch manipuliertem Mais. Darüber hinaus sei es auch notwendig, gegen die entsprechenden Konzerne vorzugehen. „Es besteht durchaus die Gefahr, dass die Landwirtschaft von einzelnen Unternehmen abhängig wird“, betonte Spiegel. In der Region sei es zudem wichtig, die ökologische Landwirtschaft zu stärken. „Wir sehen unsere Vorlage als eine Empfehlung“, sagte das Mitglied der CDU/FDP-Fraktion.
Klaus Springer von den Linken verwies in seinem Redebeitrag da
rauf, dass es bereits einen Beschluss des Kreistages Barnim zu dem Thema gibt.   Allerdings, so der Seefelder weiter, könne er der Begründung der Beschlussvorlage nicht folgen. „Ich erkenne die Schöpfung nicht an.“ Die CDU/FDP-Fraktion hatte deren Bewahrung als Aufgabe der gesamten Gesellschaft und jeder Generation bezeichnet. Springer bat deshalb darum, auf diese Worte zu verzichten. Die einreichende Fraktion lehnte dies jedoch ab. Bürgermeister Burkhard Horn sagte anschließend, dass er der Vorlage nicht zustimmen könne. „Ich sehe keinen Gegensatz zwischen Gentechnik und Ökologie“, sagte der Verwaltungschef. Die Menschen hätten schon immer in die Natur eingegriffen und neue Verfahren genutzt. Horn bezeichnete zwar Monopole als problematisch, dies habe jedoch nichts mit der Gentechnik zu tun. Das Unternehmen Syngenta, es wollte in Weesow gentechnisch veränderten Mais aussäen, habe sich immer korrekt verhalten, so der Werneuchener Bürgermeister.

Auch die Vorsitzende der Stadtverordnetenversammlung, Heidemarie Stettnisch, erklärte, dass sie gegen die Vorlage votieren werde. „Für oder gegen die Gentechnik zu sein, ist eine Gewissensentscheidung des Landwirts“, so die Weesowerin. Es müsse ihm deshalb freigestellt sein, ob er neue Methoden nutzt oder nicht. Die Stadtverordnete kritisierte zudem einen Brief, den die Weesower Haushalte im Zusammenhang mit dem ursprünglich geplanten Anbau von Genmais erhalten hatten. „Das erinnert mich an die Hexenverfolgung im Mittelalter“, so Heidemarie Stettnisch. Die CDU/FDP-Fraktion verwahrte sich gegen das Schreiben. „Damit haben wir nichts zu tun“, so Hans-Joachim Spiegel.

In dem Beschluss wird die Verwaltung aufgefordert, Unternehmen, die sich für eine gentechnikfreie Landwirtschaft einsetzen, zu unterstützen. Außerdem soll sie sich für die Verbesserung der Vermarktungschancen von in Werneuchen produzierten gentechnikfreien Lebensmitteln einsetzen. 

In der Abstimmung votierten sieben Stadtverordnete für den Antrag, fünf stimmten mit Nein, zwei enthielten sich.

CDU Deutschlands CDUPlus Online spenden Deutscher Bundestag
Angela Merkel CDU.TV Newsletter CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag
Angela Merkel bei Facebook
© CDU Stadtverband Werneuchen  | Startseite | Impressum | Datenschutz | Kontakt | Inhaltsverzeichnis | Realisation: Sharkness Media | 2.04 sec. | 40206 Besucher