Pressearchiv
02.04.2009, 10:15 Uhr | MOZ / Kai-Uwe Krakau
Fairer Handel zur Bekämpfung von Kinderarbeit ist lokal möglich
das findet die Stadtverordnetenversammlung Werneuchen und hat einstimmig entsprechende Beschlüsse gefasst.
„Die soziale Verantwortung fängt bei jedem einzelnen Menschen an und sie kann in unterschiedlicher Weise wahrgenommen werden“, sagt der Vorsitzende der CDU/FDP-Fraktion, Mathias Wiegand. So könne etwa die Tatsache, dass es ausbeuterische Kinderarbeit gibt, nicht länger nur als Problem der sogenannten Dritten Welt abgetan werden. Die Umsetzung der Ziele der Agenda 21 müsse auf lokaler Ebene erfolgen. „Dazu sollte sich auch die Stadt Werneuchen bekennen“, betonte Wiegand im Vorfeld.
Eine Diskussion in der jüngsten Sitzung der Stadtverordnetenversammlung zu der Beschlussvorlage gab es kaum. So erklärte lediglich Karsten-Lars Dahme, dass die Fraktion Die Linke dem Inhalt  zustimme. In den vergangenen Wochen hatte es dafür in den verschiedenen Gremien die eine oder andere Debatte gegeben. Bürgermeister Burkhard Horn ließ  u.a. den Antrag durch die Kommunalaufsicht „auf Machbarkeit“ prüfen – mit wohl positivem Ergebnis.

Insgesamt acht einzelne Beschlüsse enthält die Vorlage der CDU/FDP-Fraktion. Danach soll darauf hingewirkt werden, dass Produkte aus ausbeuterischer Kinderarbeit in der Verwaltung und den nachgeordneten Einrichtungen nicht mehr verwendet werden. Bei Ausschreibungen oder der Beschaffung „gefährdeter Waren“ ist geplant, die Kriterien der Konvention 182 der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) in die Verfahren einzubeziehen. Werden Spielwaren, etwa für kommunale Kindertagesstätten, gekauft, soll künftig darauf geachtet werden, dass die Produkte entsprechend zertifiziert sind. Dies werde beispielsweise mit dem Fairtrade-Siegel belegt.

Ein besonderer Schwerpunkt ist der Problematik Grabsteine gewidmet. Die Stadt Werneuchen solle geeignete Maßnahmen ergreifen, um die auf den kommunalen Friedhöfen tätigen Steinmetze und Bildhauer zur Einhaltung der ILO-Konvention 182 zu motivieren. Dazu werde mit den örtlichen Anbietern ein Arbeitskreis gegründet, der eine freiwillige Selbstverpflichtung für einen Verzicht auf Grabmale aus ausbeuterischer Kinderarbeit formuliert. Die Kommune moderiere dieses Gremium durch einen Beauftragten. Verwaltung und Anbieter wirken ferner auf die Verwendung zertifizierter Natursteinmaterialien hin, heißt es in der Vorlage.
Derzeit ist noch unklar, wie dieses Vorhaben umgesetzt werden kann. Steinmetz Peter Schulz aus Werneuchen findet die Idee zwar „ganz gut“, für einen Arbeitskreis habe er jedoch keine Zeit, sagte er gestern.
Ein hohes Ziel setzt sich die Kommune noch – sie strebt den Status „Fairtrade-Stadt“ an. Die Koordinierung der Aktivitäten soll Bürgermeister Burkhard Horn übernehmen. „Wir wünschen uns, dass noch mehr Kommunen unserem Beispiel folgen“, so der Christdemokrat Wiegand.
Nach Schätzungen des internationalen Kinderhilfswerkes „terre des hommes“ gehen weltweit bis zu 250 Millionen Kinder unter
14 Jahren einer regelmäßigen Arbeit nach. In indischen Steinbrüchen sollen mehr als 150 000 Kinder unter ausbeuterischen Bedingungen arbeiten, um Natursteine zu gewinnen. Ihre Lebenserwartung liegt bei 35 Jahren.

CDU Deutschlands CDUPlus Online spenden Deutscher Bundestag
Angela Merkel CDU.TV Newsletter CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag
Angela Merkel bei Facebook
© CDU Stadtverband Werneuchen  | Startseite | Impressum | Datenschutz | Kontakt | Inhaltsverzeichnis | Realisation: Sharkness Media | 0.04 sec. | 40179 Besucher