CDU Stadtverband Werneuchen
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31.03.2010, 21:09 Uhr | MOZ / Kai-Uwe Krakau
400 Meter bis zum Dorf
Werneuchen (MOZ) Das Projekt "Energiepark Weesow" hat eine weitere Hürde genommen: In einer gemeinsamen Sitzung am Dienstagabend haben Bauausschuss sowie die Ortsbeiräte Weesow und Willmersdorf der Änderung des Aufstellungsbeschlusses vom Dezember 2009 zugestimmt. Darin wird der Geltungsbereich angepasst, das Vorhaben firmiert zudem nun unter der Bezeichnung "Energiepark Weesow-Willmersdorf".
Darüber hinaus billigten die drei Gremien den vorhabenbezogenen Bebauungsplan. Er wird nun für die Öffentlichkeits- und Behördenbeteiligung ausgelegt. Als Termin nannte die Verwaltung den Monat Mai. Das Votum von Ausschuss und Ortsbeiräten war jeweils einstimmig. Die endgültige Entscheidung trifft die Stadtverordnetenversammlung am 15. April.

Knapp 20 Bürger hatten sich zur Sitzung eingefunden - relativ wenig, wie Lars Bayer fand. Ein möglicher Grund: Willmersdorfs Ortsvorsteher Mathias Wiegand hatte in seinem Rundschreiben für den 30. April eingeladen. Pech für die Einwohner, Wiegand entschuldigte sich.

Bayer wollte in der Einwohnerfragestunde zudem wissen, wie nah das Solarkraftwerk dem Dorf kommt. Planer Siegfried Reibetanz nannte einen Abstand von 400 bis 450 Meter. Mit einer ähnlichen Distanz müsse man auch zur Wohnbebauung in Weesow rechnen, hieß es.

Der Willmersdorfer fragte auch, welchen Sinn ein Naherholungskonzept mache, wenn die Landschaft mit Windkrafträdern und Photovoltaikanlagen zugepflastert ist. Der Tourismus werde darunter nicht leiden, meinte Bauausschussvorsitzender Juri Geißler. "Welche Möglichkeiten habe ich, das Vorhaben zu verhindern?", wollte eine weitere Einwohnerin wissen. "Der Solarpark wird nicht entstehen, wenn sich die Stadtverordneten dagegen aussprechen", antwortete Geißler. Ferner habe jeder die Möglichkeit, vor Gericht zu klagen. Karl Lehmann von der Bürgerinitiative wies darauf hin, dass die Betreibergesellschaft ihren Sitz in Werneuchen haben muss. Sonst würde die Gewerbesteuer nicht in die städtischen Kassen fließen, so der Amselhainer. Die Verwaltung sagte zu, dies im städtebaulichen Vertrag festzuschreiben.

Inzwischen ist zunehmend ungewiss, ob das Projekt überhaupt verwirklicht wird. Die Koalitionsparteien hatten kürzlich einen vom Kabinett beschlossen Gesetzentwurf bestätigt. Danach sollen Solaranlagen auf Ackerflächen nicht mehr gefördert werden. Ein Antrag, der dies kritisiert, scheiterte am vergangenen Freitag in der Länderkammer. Eine endgültige Entscheidung des Bundestages wird gegenwärtig nicht vor Ende April erwartet.